Wo sollen unsere Kinder wohnen?

Brigitta Mayr, Grüne Fraktionsobfrau Markt Mondsee

Die Preise für Grundstücke, Wohnungen oder Häuser im Mondseeland sind in irre Höhen geklettert. Wenn wir uns also überlegen müssen, wo unsere Kinder wohnen sollen, dann trifft das nicht nur Kindern armer oder armutsgefährdeter Eltern sondern auch Kinder aus Familien mit mittlerem Einkommen können sich das Wohnen in Mondsee schlicht nicht mehr leisten.

Welche Vorschläge kann man der öffentlichen Verwaltung machen, um diesem Problem Rechnung zu tragen? Eines vorweg: Auf der Agenda haben das alle Parteien. Dort, auf der Agenda und in den Programmen, macht es sich gut und schielt auf unsere Stimmen und die unserer Kinder. Um aber wirklich Voraussetzungen für ein leistbares Wohnen zu schaffen, braucht es das Tun und das ist nicht immer populär:

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Umwidmungen

Umwidmungen von namhaften Flächen Grünland dürfen nur noch genehmigt werden, wenn der Widmungsgewinn mit der Öffentlichkeit geteilt wird: Das wäre die Bereitstellung von Teilen der zu widmenden Fläche zu einem leistbaren Preis für junge Menschen durch den Widmungswerber oder die Errichtung von Wohnungen, die den Kriterien der oberösterreichischen Wohnbeihilfe mit nicht mehr als EUR 7, – Miete pro Quadratmeter (https://www.land-oberoesterreich.gv.at/wohnbeihilfe.htm) entsprechen. Nein, das ist weder exotisch noch neu, ist aber in den Köpfen einiger Entscheidungsträger in der Mehrheitspartei noch nicht angekommen.

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Zweitwohnungen und Leerstand

Es gibt durchaus den Verdacht, dass Wohnungen und Häuser in unserer schönen Gegend entweder als Anlageobjekt leer stehen, oder nicht widmungsgerecht als Freizeitwohnsitze genutzt werden. Das befeuert die Verhüttelung der Landschaft, treibt die Preise hoch und diese Objekte stehen für die Befriedigung des Wohnbedarfes der Menschen im Mondseeland nicht zur Verfügung. Dagegen kann man sehr gut vorgehen, wie das Beispiel weiter unten zeigt.
Vorschlag von uns Grünen: Man könnte die Freizeitwohnungspauschale erhöhen und die Beweislast über die widmungsgerechte Nutzung umkehren.
Das Freizeitwohnungspauschale, eine kommunale Gebühr, wird beispielsweise von der Marktgemeinde Mondsee im höchst möglichen Ausmass eingehoben, bei einer 50 Quadratmeter Wohnung wären das aber nur rund EUR 325,- PRO JAHR: Das ist unseren temporären Mitbürgern, die sich ein solches Objekt im Mondseeland leisten können, gleichgültig und damit kommt es auch zu keiner Lenkung. Liebe Mehrheitspartei: Darum werden wir uns kümmern müssen!

Hier ein Link zu einem Beispiel wie das geht
(die Gemeinde Kitzbühel ist keine grün geführte Partei :-))

Und ein Link zu einem Artikel in MeinBezirk.at:

Sozialer Wohnbau

Sozialer Wohnbau bedeutet, dass die öffentliche Hand im Mondseeland Grund erwirbt und einem gemeinnützigen Bauträger kostenlos übergibt, der das Objekt dann errichtet und betreibt.
Im Markt Mondsee dürften wir das durch die dichte Verbauung schon komplett verschlafen haben, in den Umlandgemeinden sind die Grundstückspreise so hoch, dass das auch kaum noch von den Gemeinden zu stemmen ist. Ein Ausweg wäre der Erwerb von Grundstücken in größerer Distanz, was aber eben auch bedeutet, dass unsere Kinder nicht mehr im Mondseeland leben können. Wer von der Mehrheitpartei davon überrascht ist, der hat die Entwicklung schlicht verschlafen.

Unser See für uns. Zumindest auch.

Dass unsere Kinder in ihrer Heimat bleiben können ist ein Gemeinwohl-Thema. Wie es auch wichtig für uns alle ist, dass der freie Zugang zum See nicht nicht noch mehr behindert wird und dass Fehler langsam bereinigt werden. Auch Mondsee, unter der Führung der Mehheitspartei, hat es völlig verabsäumt, Seegrundstücke für die Allgemeinheit zu sichern. Seit dreissig Jahren verlangen die Grünen die Einrichtung eines landesweiten Fonds zum Ankauf von besonders für die Allgemeinheit wichtigen Grundstücken, beispielsweise an Seen. Bisher gegen den Widerstand der Mehrheitspartei erfolglos.

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